Stadtrundgang

Engelbert-Kinder auf Entdecker-Tour durch die Heimatstadt

Im Herbst 2014 machte die Klasse 4b der Grundschule Engelbertstraße einen „Historischen Stadtrundgang“. Die Schülerinnen und Schüler waren total begeistert, zumal der Schwelmer Ehrenobernachtwächter Christian Fasel in historischer Uniform die Klasse führte.

Zuerst wurde am Stadtmodell in der Städtischen Sparkasse die Lage der Stadt Schwelm im Jahre um 1722 mit der Stadtmauer und den Stadttoren sowie den wichtigsten Verkehrswegen erläutert. Die interessantesten und wesentlichen Punkte wurden vom Vorsitzenden des Vorstandes Lothar Feldmann und Anne Peter erklärt.

Dann ging es durch die Brauereigasse. Hier konnte man die alte Stadtmauer anfassen. Am ehemaligen jüdischen Friedhof vorbei führte der Weg zur Alten Sparkasse. Der Erker, ein Schwelmer Symbol und das Stadtwappen wurden erläutert.

Vom Grütertor am Märkischen Platz ging es in die Nostalgiezone zum Kaal-und-Krischan–Brunnen. Interessant war hier zu hören, dass der Blaukittel mit Cordhose und Holzschuhen Vorläufer der heutigen Arbeitskleidung „Blaumann“ war. Weiter ging es durch das Apothekergäßchen zum Altmarkt. Hier musste geschätzt werden, ob einer der Kirchtürme der Christuskirche höher ist als der andere.

Die Ausführungen zur ehemaligen Kornmühle mit den halbkreisförmigen Schleifspuren des Mühlrades an der Kölner Straße und die Mühlbachgasse, durch den der Wildeborn geflossen ist, waren für die Schulkinder äußerst interessant.

Spannend wurde es bei der Schwelmer & Sozialen. Hier wurde in Bild und Ton das Wohnen in Schwelm vor 125 Jahren dargestellt. Nach der Erfrischungspause erzählte der Vorstandsvorsitzende der Schwelmer & Sozialen, Berndt Erlenkötter, interessante Details über die damaligen Wohnverhältnisse. So waren alle überrascht, dass in den Gründungsjahren der Wohnungsgenossenschaft das Wasser nicht aus dem Hahn, sondern aus einem Brunnen, der außerhalb der Wohnungen lag, geschöpft werden musste.

Vom Mühlenteich, an den Stolpersteinen vorbei, ging es bis zur Kirchstraße. Die verschiedenen Schieferornamente an den Giebeln wurden alle entdeckt. Der Wasserträgerbrunnen und der historische Beruf des Wasserträgers wurden ausführlich beschrieben. Der Standort der ehemaligen jüdischen Synagoge wurde in Augenschein genommen. Überrascht waren die Schüler, dass sie ganz nebenbei ein kleines Stück auf dem Jakobsweg gepilgert sind. Dann ging es zum Bürgerplatz. Hier endete der historische Stadtrundgang.

Zur vollen Stunde, egal wo die Schüler gerade waren, wurde ins Horn geblasen. Hierbei haben die Kinder kräftig geholfen und das Nachtwächterlied:

„Hört Ihr Leut’ und lasst Euch sagen:
Uns’re Glock’ hat ... geschlagen“

gesungen.

Später wurde im Sachunterricht der Stadtrundgang anhand von historischen und aktuellen Fotos von Schwelm aufgearbeitet. Die Geschichte, das Wohnen und das Leben sowie die städtebaulichen Aspekte wurden ausführlich erklärt und Fragen beantwortet. Ein Themenschwerpunkt war die Zerstörung der Innenstadt im 2. Weltkrieg durch Bombenangriffe und die Situation der Juden in Schwelm. Weiterhin wurden Sprichwörter und Redewendungen (z. B. Torschlusspanik, steinreich), die heute eine ganz andere Bedeutung haben als im Mittelalter, besprochen.

Wir danken Heinz E. Zethmeyer für diesen Bericht und seine Unterstützung bei der Durchführung des Stadtrundgangs.